Podcast-Interview vorbereiten: 12 Fragen für ein lebendiges Gespräch

Ein gutes Podcast-Interview beginnt nicht mit einer möglichst langen Fragenliste. Es beginnt mit einer Entscheidung: Was sollen die Zuhörer nach dem Gespräch besser verstehen? Wenn du dieses Ziel kennst, kannst du gezielter fragen und deinem Gast trotzdem Raum für eigene Gedanken lassen.
Dieser Leitfaden hilft dir, aus einem Thema ein konkretes Gespräch zu machen – etwa mit einer Gründerin aus dem Allgäu, einem Koch, einer Handwerkerin oder jemandem mit einer ungewöhnlichen persönlichen Geschichte.
Lege eine Leitfrage für die Folge fest
„Wir sprechen über deinen Betrieb“ ist sehr weit gefasst. „Wie hast du deinen ersten Mitarbeiter gefunden?“ gibt dem Gespräch eine Richtung. Formuliere einen Satz, den dein Gast ohne Fachwissen verstehen kann. Daraus leitest du drei Themenblöcke ab: die Ausgangslage, eine konkrete Entscheidung und das, was dein Gast daraus gelernt hat.
Schicke diese Themen vorab an deinen Gast. Ein vollständig ausgeschriebenes Drehbuch ist für ein freies Interview meist weniger hilfreich: Es kann dazu führen, dass Antworten abgelesen werden. Namen, Zahlen und wichtige Stationen dürfen selbstverständlich vorbereitet sein.
12 offene Fragen, die Geschichten hervorholen
Wähle vier bis sechs Fragen, die zu deinem Gast passen. Die Liste ist ein Baukasten, kein Pflichtprogramm.
- Welche konkrete Situation hat dich dazu gebracht, damit anzufangen?
- Wie sah dein Alltag aus, bevor sich etwas verändert hat?
- Was war dein erster kleiner Schritt?
- Welche Entscheidung ist dir besonders schwergefallen?
- Kannst du uns in den Moment mitnehmen, in dem du diese Entscheidung getroffen hast?
- Was hat zunächst nicht funktioniert?
- Woran hast du gemerkt, dass du etwas ändern musst?
- Wer hat dir eine andere Perspektive gezeigt?
- Was machst du heute anders als am Anfang?
- Welches konkrete Beispiel erklärt deine Arbeitsweise am besten?
- Was wird von außen häufig unterschätzt?
- Was würdest du jemandem raten, der gerade vor demselben Schritt steht?
Die beste Nachfrage steht oft nicht auf deinem Zettel
Wenn dein Gast sagt „Das war eine schwierige Zeit“, steckt darin noch keine anschauliche Geschichte. Frage nach: „Was war an einem typischen Tag besonders schwierig?“ Oder: „Was hast du dann als Erstes gemacht?“ So wird eine allgemeine Aussage greifbar.
Stelle möglichst nur eine Frage auf einmal. Drei Fragen hintereinander führen leicht dazu, dass nur die letzte beantwortet wird. Lass nach einer Antwort einen kurzen Moment Ruhe. Du musst nicht jede Pause sofort füllen.
Ein möglicher Ablauf für 30 Minuten Gespräch
- Minuten 0–3: Gast, Thema und Anlass knapp vorstellen.
- Minuten 3–10: Ausgangslage und erste Schritte besprechen.
- Minuten 10–22: Eine Entscheidung oder Erfahrung anhand konkreter Beispiele vertiefen.
- Minuten 22–28: Erkenntnisse und praktische Hinweise herausarbeiten.
- Minuten 28–30: Eine offene Frage stellen und das Gespräch abschließen.
Das ist ein redaktioneller Vorschlag, keine feste Vorgabe. Wenn gerade eine gute Geschichte entsteht, darfst du einen geplanten Punkt auslassen. Die Gesprächsdauer ist außerdem nicht gleich der benötigten Studiozeit: Einweisung, Toncheck, Pausen und Datensicherung kommen hinzu.
Checkliste vor der Aufnahme
- Aussprache des Namens, Funktion und gewünschte Vorstellung klären.
- Themen abstimmen, die dein Gast nicht öffentlich besprechen möchte.
- Audio, Video und die geplante Verwendung kurzer Ausschnitte besprechen.
- Handys stummschalten und raschelnde Unterlagen vermeiden.
- Eine kurze Testaufnahme machen und gemeinsam anhören.
- Zum Abschluss Namen, Links und erwähnte Begriffe für die Folgenbeschreibung notieren.
Dein Interview bei Kempten aufnehmen
Im Podcaststudio von acht7vier bei Kempten können bis zu drei Personen gleichzeitig aufnehmen. Du nutzt den separaten Raum selbst und erhältst eine Einweisung. Räume, Einweisung und Getränke sind enthalten; zusätzliche Unterstützung stimmen wir nach Bedarf und gegen Aufpreis ab.
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